Ideenstudio
Projekte:
Artmöbel || Prototyp für adäquate Messungen
Springender Sessel
/ Idee: Thomas Gerhards /Ein Sessel steht in einem Ausstellungsraum. Plötzlich “schießt” dieser Sessel in die Höhe und landet wieder mit einem lauten Aufprall. Dieser Vorgang wird sich immer wieder wiederholen. Die Zeitspanne, in der sich dieser Vorgang wiederholt, wird je nach Ausstellungssituation fünf bis zwanzig Minuten betragen. Der Sessel landet immer wieder auf der gleichen Stelle. Der Sprung wird plötzlich sein, ohne sich vorher anzukündigen.
Die Sprunghöhe des Sessels wird ca. zwei Meter sein. Der Sessel erreicht am höchsten Punkt seiner Flugbahn eine “über Kopf Höhe”.
Dieser für gewöhnlich “ruhende” Sessel ist aufgeladen mit gewaltigen Kräften. Es gibt zwei Situationen, die kurz hintereinander folgen, an denen diese Kräfte schockartig vom Betrachter Besitz ergreifen.
Die erste Situation ist, wenn der Sessel plötzlich und unerwartet aufspringt und sich von der Schwerkraft lösen will. Die zweite Situation ereignet sich, wenn er wieder mit einem lauten Aufprall landet.
Anspannung und Entspannung bekommen in diesem Sessel beunruhigende Ausmaße.
Technische Anforderungen:
Die Federung in den Beinen muß ausreichend Kraft aufnehmen können, um den Sessel ungefähr zwei Meter hoch (Entfernung vom Boden bis zur Sesselunterkante) hinaufzukatapultieren.
Die Federung sollte ansteuerbar und dosierbar sein, damit eine Steuerung den Sessel exakt senkrecht nach oben springen läßt.
Sensoren könnten das Gewicht, das auf jeden einzelnen Bein ruht, messen und daraus die Sprungkraft ermitteln.
Peilsender könnten die Position des Sessels im Raum kontrollieren und bei einer Abweichung von einer Toleranzgrenze Alarm schlagen. Kleinere Abweichungen durch Sprung und Landung, könnte so die Steuerung selber korregieren.
Die Sprungbeine sollten schon während des Sprungs wieder “eingezogen” werden und bei der Landung nur einen Teil der Kraft abfedern (die Landung muß als ungeheure Kraft spürbar bleiben).
Die Energie für den Antrieb könnte über 12 Volt Gleichstrom erfolgen. Die Pole werden auf zwei Metallplatten verteilt. In der “Ruhestellung” kann der Sessel über seine Beine Strom aufnehmen. Steuerung und Sensoren werden über kleine Akkus versorgt.
Die Anforderungen an das Konstruktionsmaterial sind in erster Linie Stabilität und Haltbarkeit bei geringem Gewicht.
Anforderungen an das Möbelstück:
Der Sessel sollte vom Design her eine geradlinige einfache Form haben (Gelsenkirchner Barock ist unerwünscht).
Der Sessel sollte Ruhe und Gemütlichkeit vermitteln. Eine helle Farbe wäre schön.
Schnittstelle Wissenschaft:
Robotik / Bionik
Die technischen Lösungen bzw. Anforderungen an das Material, sowie das Zusammenspiel von Beschleunigung, Bewegung und Steuerung bewegen sich in den Forschungsgebieten Robotik und Bionik. Hierzu zählen insbesondere die Steuerung des Gleichgewichts und die Festigkeit des Materials bei geringem Gewicht.
Schnittstelle Wirtschaft:
Diese Arbeit greift Erscheinungs- und Nutzungsformen des Möbeldesigns auf und bringt sie in Bezug zur Funktion und zum Benutzer in neue Zusammenhänge. In dieser künstlerischen Installation ist das Möbelstück in seiner bisherigen Funktion unbrauchbar und bekommt einen neuen Wert. Jedoch ist die Bedeutung des Möbelstücks als Sessel durch die Installation gesteigert.
Über Thomas Gerhards
1961 in Mönchengladbach geboren1984 Studium an der Kunstakademie Münster bei Prof. Reiner Ruthenbeck und Prof. Paul Isenrath
1990 Meisterschüler bei Prof. Paul Isenrath
1995 Akademiebrief mit Auszeichnung
01.10.1998 - 28.02.2001 künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter an der RWTH-Aachen, Lehrstuhl Plastik (Fakultät Architektur)
seit 2004 künstlerisch / wissenschaftlischer Mitarbeiter an der TU Braunschweig, Institut für Elementares Formen (Fakultät Architektur, Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften)
Preise und Stipendien
2002 Förderpreis für Bildende Kunst der Stadt Monheim am Rhein 2002 (K)
1998 / 99 Stipendium der Barkenhoff-Stiftung Worpswede
1997 1. Preis im Stahlkunstpreis 1997, Kolloquium Nordrhein-Westfalen (K)
Stipendium der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen (K)
1993 Cité Internationale des Arts, Paris
1990 Preisträger des Bundeswettbewerbs des Bundesministers für Bildung und Wissenschaft (K)
Austellungen von Thomas Gerhards
Einzelausstellungen2006 bitte nicht stören, Frise, Künstlerhaus Hamburg e.V. und Abbildungszentrum, Hamburg
2005 Vorhang auf, Kunst- und Solarprojekt im öffentlichem Raum an der Kardinal-von-Galen Schule, Schöppingen (K)
2003 vorSICHT, Ausstellungshalle im KunstWerk e.V., Köln (4. Lange Nacht der Kölner Museen)
bis das Eis taut … , Kunstraum Deltawerk, Solingen
dazwischen, Galerie im Kunsthaus Essen
2001 Thomas Gerhards, Galerie Felixleiter, Berlin
usw. 2001, Ü+, Münster
1999 Das bewegte Schicksal der Dinge, Galerie Altes Rathaus, Worpswede
1998 to sink in, Perron 1, Stadt Delden Niederlande (K)
1995 unvorhergesehen, Torraum, Kunstakademie Münster
Gruppenausstellungen
2006 FOOD NON FOOD, Stichting M.I.K.C. / Perron 1, Delden / Goor, Niederlande (K)
Kunstlandschaft 06, Stadtgalerie im Elbeforum Brunsbüttel, Brunsbütte (K)l
2005 ausgezeichnet, KunstWerk e.V., Köln
2004 NEUE KUNST IN ALTEN GÄRTEN, Ober- und Untergut von Lenthe, Neue Kunst in alten Gärten e.V. (K)
2002 Transparantie, Bergkerk Deventer, Hannema - de Stuers Fundatie, Niederlande (K)
erst 1, dann2 ... , Der schnellste Adventskranz der Welt, Künstlerhaus Dortmund
4. Internationaler Kunstpreis 2002, werkP2, kunstvereinhürth e.V., Köln-Hürth (K)
2. Hörster Fensterschau, Kaufmannschaft von Hörsterstr. und Bült und das Ü
zimmer_frei, Kunstausstellung im ehem. Schwesternwohnheim des St. Barbara Krankenhauses in Attendorn
Skulpturenschau im Marienburgpark in Monheim am Rhein, Stadt Monheim am Rhein (K)
2001 1. Hörster Fensterschau. Junge Künstler sind Westfalen, Kaufleute von Hörsterstr. und Bült und das Ü, Münster
Blickachsen 3, Kurpark Bad Homburg v.d.Höhe, Magistrat der Stadt Bad Homburg v.d. Höhe / Kur- und Kongreß-GmbH Bad Homburg v.d.Höhe / Galerie Scheffel GmbH in Zusammenarbeit mit der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg (K)
Ein Stück vom Himmel, Wanderausstellung, Krebsberatungsstelle Münster / Sparda Bank / Stiftung Künstlerdorf Schöppingen (K)
2000 Semper Rotans, Semperdepot, Atelierhaus der Akademie der Bildenden Künste Wien (K)
1999 Ida Gerhardi Preis, Städtische Galerie Lüdenscheid
1998 1. Ortswechsel, Kulturbüro Hattingen und Künstlerdorf Schöppingen
Der Stille Winkel, Kulturkreis Everswinkel (K)
3D, werkP2, Kunstverein Hürth (K)
Dialog, Kunst an Schulen, Kunstprojekt der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen und der Realschule Velen-Ramsdorf und der Hauptschule Ramsdorf (K)
1997 D.O.K.U. - 1. Dortmunder Kunstsupermarkt, Künstlerhaus Dortmund
Stahlkunstpreis 1997, Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg (K)
My Life beside the Kitchen, Galerie F6, Künstlerdorf Schöppingen
Karl Schmidt-Rottluff Stipendium, Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studienstiftung
des deutschen Volkes
1996 In westfälischen Schlössern, Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Kunstakademie Münster (K)
1993 12 x Akademie, Städtische Ausstellungshalle am Haverkamp, Münster(K)
Blauer Raum mit Samba, Kunstakademie Münster
Elektro-Installation, Torraum, Kunstakademie Münster
1992 Klasse Isenrath, Kulturamt Lünen (K)
1990 Klangskulptur Mai ´90, Kunstraum Fuhrwerkswaage, Köln
Projekte und Installationen 1990, Künstlerdorf Schöppingen (K)
Uni Kunst Tage, Schloß der WWU Münster
Bundeswettbewerb des Bundesministers für Bildung und Wissenschaft, Bonner Kunstverein (K)
1989 Sehen. Gestalten. Verändern., Stadt Ibbenbüren (K)
Junger Westen ´89, Kunsthalle Recklinghausen (K)
Isenrath und Klasse, Kunstverein Gelsenkirchen
Reliquien und Ikonen, Wewerka Pavillon, Münster
[ (K) = Katalog ]
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